Manchmal stolpert man in eine neue Phase seines Lebens, ohne es zu merken. Bei mir war das so ein ganz normaler Einkauf bei Marktkauf. Eigentlich wollten wir nur Fußballbücher für meinen Sohn suchen – der ist absoluter Fußballfan und ich wollte ihn ein bisschen mehr ans Lesen bringen, damit er in Deutsch einfach mehr Gefühl für Sprache bekommt.
Und dann stand ich plötzlich mitten vor diesem Tisch voller #BookTok-Bücher, als hätte jemand ein kleines Universum aufklappt. Ich glaube, du kennst dieses Gefühl: Ein Cover zieht dich sofort rein. Und bei mir war es Inside. Ein wunderschöner Farbschnitt, ein Titel wie ein Schlag ins Herz – „Inside – dein Leben gehört mir“. Und für jemanden wie mich, der jahrelang Social Media gemacht hat, fühlte sich dieser Titel fast schon… persönlich an.
Ich hab’ erst gezögert. Ich war doch keine Leseratte. Das letzte Buch lag zwei Jahre zurück. Davor hauptsächlich Persönlichkeitsentwicklung. Und trotzdem hat mich dieses Buch angeschaut, als würde es sagen: Komm schon. Probier es.
Ich bin so froh, dass ich es mitgenommen habe.
Inside – das Buch, das mich zurückgebracht hat

Schon die ersten Seiten haben mich gepackt. Ich habe gemerkt, wie ich in alte Gefühle reingerutscht bin, die ich längst vergessen hatte. Dieses „Nur noch ein Kapitel“, das sich heimlich in „Oops, zwei Stunden“ verwandelt. Es war das erste Mal seit Jahren, dass ein Buch mich so richtig gezogen hat.
Die Geschichte erzählt von Valerie Sophie, einer Influencerin, deren glitzernde Onlinewelt plötzlich Risse bekommt, als ein Stalker sie ins Visier nimmt. Nach der Trennung von ihrem Ex Alex häufen sich merkwürdige Nachrichten, Pakete, sogar Briefe. Irgendwann wird klar: Jemand dringt in ihr Leben ein. Vielleicht sogar in ihre Wohnung.
Die Polizei nimmt sie kaum ernst – außer Paul. Und genau da kommt die nächste Schicht der Story: Paul kennt Valerie aus einer dunklen Phase ihres Lebens. Und dieses Geheimnis wird im Buch so lange zurückgehalten, dass du automatisch wissen willst: Was ist damals passiert? Warum darf es niemand erfahren?
Ich lag beim Lesen manchmal wirklich mit Herzklopfen da, weil diese Mischung aus Social-Media-Glitzerwelt und düsterer Vergangenheit so gut funktioniert hat.
Was mich emotional besonders getroffen hat: Valerie hat nicht nur Angst vor dem Stalker – sie hat Angst vor ihrer Vergangenheit, vor dem Aufeinandertreffen mit Paul, vor allem, was sie hinter sich gelassen hat. Diese Spannung, diese innere Zerrissenheit… das war für mich ein absoluter Page-Turner.
Auch sprachlich war das Buch genau mein Ding: leicht, natürlich, zeitgenössisch. Nicht dieses hochgestochene Deutsch, wo man beim Lesen denkt: „So redet doch niemand!“. Ich mag es, wenn Bücher sich anfühlen wie echte Gespräche. Und genau das war’s.
Ich hab mir später so in den Hintern gebissen, dass ich das Buch nicht annotiert habe. Es gab so viele Sätze, bei denen mein Herz geschmolzen ist – aber damals wusste ich noch gar nicht, dass Leute sowas markieren.
Meine fünf Schlagworte zum Buch waren:
spannend – Angst – Beschützer – Rätselraten – krasser Plottwist
Das fasst den Vibe perfekt zusammen.
4 von 5 Sternen – und eigentlich hätte es fast fünf werden können, wenn manche Stellen noch etwas ausführlicher gewesen wären. Aber trotzdem: absolute Empfehlung.
It Was Always You – und plötzlich war ich wieder im Lesefieber

Nach Inside stand ich da: wieder am Anfang. Lust aufs Lesen, aber eigentlich nicht bereit, gleich wieder ein Buch zu kaufen. Also hab ich Prime Reading geöffnet – und da war es:
It Was Always You (kostenlos lesbar – perfekt!).
Und dieses Buch… ich hab’s verschlungen.
Die Story: Ivy kehrt nach Jahren zu ihrer Stieffamilie zurück. Früher wurde sie weggeschickt – ohne Erklärung. Die Mutter tot, der Vater tot, nur noch Stiefvater und Stiefbrüder. Sie fühlt sich ungeliebt, abgelehnt, abgeschoben. Und plötzlich schickt der Stiefvater ihr ein Ticket: „Komm nach Hause.“
Schon das allein hat so viel Spannung erzeugt.
Aber dann kommt die Szene, die mich laut lachen ließ: Ivy trifft Asher – ihren Stiefbruder, mit dem sie sich schon immer extrem in die Haare bekommen hat – im Flugzeug. Und wie sie ihn trifft? Wer das Buch kennt, weiß, dass es köstlich ist. Wirklich eine meiner Lieblingsszenen des Monats.
Zwischen ihnen herrscht dieser typische Hass, der eigentlich längst Liebesfunken streut. Forbidden love vom Feinsten – nur ohne die toxische Note. Asher ist ein totaler Idiot, aber einer mit einem weichen Kern, und genau das macht ihn so interessant. Ivy hingegen ist verletzlich, stark, wütend, verwirrt – und unglaublich echt.
Nikola Hotel hat einen Schreibstil, der so nahbar ist, dass man sofort mitschwingt. Ihre Bücher fühlen sich an wie Gespräche mit einer Freundin, die gerade alles erzählt, was ihr Herz bewegt.
4 von 5 Sternen – und direkt danach: Teil 2.
It Was Always Love – und dann wurde es spicy

Dieses Buch beginnt so krass, dass ich wirklich kurz dasaß und dachte: „Hä, was ist da gerade passiert?“
Ich habe nach dem ersten Teil nicht erwartet, dass der zweite mit so einem ernsten Thema startet.
Aubree und Noah treffen hier aufeinander – Ivy’s beste Freundin und Ashers Bruder. Die Story setzt kurz nach dem Ende von Band 1 an, es fühlt sich an wie ein nahtloser Übergang, und genau das liebe ich: Man ist wieder komplett drin in dieser Welt.
Aber der Einstieg… jemand mischt ihr etwas ins Glas. Sie weiß nicht mehr, was passiert ist. Dieses Ohnmachtsgefühl, diese Angst – die Autorin beschreibt es so real, dass ich mit der Protagonistin mitgezittert habe.
Was danach passiert, ist emotional, widersprüchlich, schön und manchmal auch etwas schnell. Gerade wegen dem Vorfall hätte ich mir mehr Zeit für Heilung gewünscht. Mehr Abstand, mehr langsame Entwicklung. Trotzdem war es fesselnd.
Noah ist ein Charakter, der sich lieber selbst schützt, indem er Menschen wegstößt, bevor sie ihn verletzen können. Diese Selbstsabotage – kombiniert mit seiner weichen Seite – hat mich wirklich berührt.
Spice-Level? Zwei Chilischoten. Intensiv, aber nicht überladen.
Wieder 4 von 5 Sternen.
Offline – du wolltest nicht erreichbar sein… und ich wollte nicht weiterlesen

Ich dachte:
„Okay, jetzt mal etwas anderes. Ein Thriller.“
Aber nein. Ich bin bis Seite 66 gekommen und hab’s dann abgebrochen.
Die Prämisse klang eigentlich spannend: Ein Offline-Retreat, ein Berg, eine Gruppe, ein Toter. Nur hat mich die Umsetzung komplett verloren. Zu viele Leute auf einmal, zu viele Namen, zu viele lose Fäden. Ich musste mir ernsthaft Notizen machen, wer zu wem gehört – und da war für mich klar: Das macht keinen Spaß.
Auch emotional war da einfach… nichts. Kein echtes Mitfiebern. Kein Drang, weiterzulesen. Und Lesen soll kein Pflichtprogramm sein.
Bridget Jones – und warum ich’s abbrechen musste

Ich wollte Nostalgie. Humor. Leichtigkeit.
Was ich bekam:
Sätze wie „Du hast immer noch keinen Mann – was sollen wir bloß mit dir machen?“
Ich war richtig wütend. Ich weiß, es ist aus den 90ern und damals war vieles anders, aber ich musste es weglegen. Solche Glaubenssätze triggerten mich richtig. Ich hatte keinen Nerv, mich durch altmodische Weltbilder zu kämpfen. Dafür ist mir meine Lesezeit einfach zu wertvoll.
Mein zauberhaftes kleines Schwarzes – und warum mich Mode nicht retten konnte

Die Idee klang so schön: Ein vererbtes Kleid, Paris, Mode, ein Neubeginn. Aber beim Lesen habe ich gemerkt, dass die Story mich null interessiert.
Ich war nicht neugierig, nicht gespannt, nicht emotional involviert.
Und wenn ich lieber ein anderes Buch aufschlagen würde, während ich lese… dann ist das ein Zeichen.
Abgebrochen.
Demonica – Band 5 ohne Vorwissen? Ein Fehler

Auf dem Flohmarkt habe ich Demonica mitgenommen – ohne zu merken, dass es Band 5 einer Reihe ist. Das hätte ich wirklich früher merken müssen.
Die Story hätte spannend sein können: Vampire, Werwölfe, Dämonen-Virus, ein möglicher Schlüssel zur Heilung. Aber der Schreibstil war so rotzig, so aggressiv, so voller Schimpfwörter, dass ich fast beleidigt war. Und ohne Kenntnis der ersten Bände ergab vieles keinen Sinn.
Ich hab irgendwann gemerkt: Das ist nicht mein Genre. Zu dark, zu dreckig, zu „bad romance“.
Abgebrochen – ohne Bewertung.
Mein Fazit für den Oktober
Dieser Monat war mein Start in eine neue kleine Welt. Eine, in der ich wieder mitfiebere, mitfühle, mitlese.
Ich habe Bücher abgebrochen, Bücher geliebt, Geschichten gesucht, mich geärgert, gelacht, mich verliebt – und ich habe gemerkt, wie sehr mir all das gefehlt hat.
Drei Bücher beendet. Drei E-Books. Zwei abgebrochen. Ein paar Fehlgriffe, ein paar Highlights. Und ein Herz, das wieder brennt fürs Lesen.
Im nächsten Monatsrückblick erzähle ich dir von dem Buch, das ich danach begonnen habe. Und das Cover… ach, ich sag’s dir im November. Denn manchmal ist ein Buch nicht nur schön von außen – sondern macht auch innen alles weich.
Wenn du magst, schreib mir unbedingt:
Was hast du im Oktober gelesen?
Was war ein Highlight – und was eher ein „Nope“?
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